Ärzte des St. Vincenz-Krankenhauses veröffentlichen wissenschaftliche Berichte in angesehenen Fachzeitschriften

Die Corona-Pandemie beschäftigt das St. Vincenz-Krankenhaus und die einzelnen Kliniken seit über einem Jahr. Die medizinischen Folgen einer Infektion mit SARS-CoV 2 sind über die Lunge hinaus an mehreren Organen nachzuweisen. So ist auch die Niere ein oftmals betroffenes Organ, was bei intensivpflichtigen Patienten häufig zu schwereren Verläufen führt. Aus diesem Grund ist es von großer Bedeutung, dass Ärzte dieser Fachdisziplinen nephrologische Patienten begleiten und ihre Beobachtungen einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

So konnten Ärzte der Medizinischen Klinik III mittlerweile mehrere Publikationen in international angesehenen Fachzeitschriften veröffentlichen.

Frau Dr. med. Tuschen als Erstautorin und Priv.-Doz. Dr. med. Alexander Weidemann als Letztautor haben kürzlich in der unter Nephrologen angesehenen Fachzeitschrift "Kidney International" einen Fallbericht einer Impfreaktion bei einer Patientin mit Nierenerkrankung veröffentlichten können. Obwohl Impfreaktionen sehr selten sind und eine Impfempfehlung auch seitens der Medizinischen Klinik III uneingeschränkt weiter befürwortet wird, kommt es in wenigen Einzelfällen möglicherweise aufgrund der immunologischen Reaktion zu Reaktivierungen von Nierenerkrankungen. Dies ist von anderen internationalen Arbeitsgruppen in den letzten Monaten an Einzelfällen gezeigt worden. Frau Dr. med. Tuschen konnte in Zusammenarbeit mit der Nephropathologie der Medizinischen Hochschule Hannover (Prof. Dr. med. Bräsen) zeigen, dass bei einer Patientin eine seltene Autoimmunerkrankung reaktiviert wurde. Diese Daten sind für Nephrologen weltweit von Bedeutung, da für die individuelle Impfaufklärung eine genaue Risikonutzenbewertung im Angesicht eventuell vorliegender Vorerkrankungen erfolgen muss. Der Artikel hilft sowohl den Patienten als auch den Ärzten zu einer gut informierten Entscheidungsfindung.

In einem zweiten Artikel, der im internationalen Journal "BMC Nephrology" erschienen ist, widmen sich Frau Dr. med. Tuschen und Priv.-Doz. Dr. med. Weidemann der Frage, inwieweit eine Organtransplantation nach überstandener Infektion mit SARS-CoV 2 verantwortet werden kann. Diese Fragestellung ist von großer Bedeutung für die Transplantationszentren: es ist bekannt, dass organtransplantierte Patienten eine geringere Immunantwort aufweisen und somit zu den gefährdeten Personen zählen. Auf der anderen Seite ist eine lange Wartezeit auf ein rettendes Organangebot oft mit vielen Komplikationen und Krankenhausaufenthalten verbunden, sodass nach individueller Risikonutzenbewertung eine Organtransplantation auch im Rahmen der Corona-Pandemie als sinnvoll einzuschätzen ist. Zudem stellt sich die Frage, ob bei Dialysepatienten nach durchgemachter SARS-CoV 2 Infektion eine Transplantation möglich ist. Vor der Zulassung der Impfstoffe war diese Frage schwer zu beantworten.

Frau Dr. med. Tuschen und Herr Priv.-Doz. Dr. med. Weidemann konnten in ihrem Fallbericht, der in Zusammenarbeit mit dem Transplantationszentrum Köln-Merheim und dem virologischen Institut der Universität Witten-Herdecke entstanden ist, die erfolgreiche Transplantation einer Dialysepatientin schildern, die vier Monate vor dem Organ-Angebot eine Corona-Infektion durchgemacht hat. Der Verlauf bei der Patientin war trotz immunsuppressiver Therapie völlig unproblematisch. Heute lebt die Patientin mit einer nur leichten Einschränkung der Nierenfunktion ohne Notwendigkeit einer Dialysetherapie wieder zu Hause. Mittlerweile ist sie auch geimpft. 

Das Beispiel zeigt, dass Organtransplantationen sicher durchzuführen sind, auch wenn eine Corona-Infektion vorangegangen war. Der Artikel war einer der ersten, die eine erfolgreiche Nierentransplantation nach durchgemachter SARS-CoV 2-Infektion dokumentiert hat.