Notfall-Rufnummer

Schlaganfallsymptome

  • Halbseitige Lähmungen/ Taubheitsgefühl
  • Sprach- oder Verständnisstörungen
  • Gesichtsfeldausfall (eingeschränktes Sehen)
  • Hängender Mundwinkel
  • Koordinationsstörungen
  • Starker Schwindel
  • Gangstörungen
  • Stärkste plötzliche Kopfschmerzen

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall! Wenn Sie die oben beschriebenen Symptome bemerken, wählen Sie unbedingt 112!

Definition

Schlaganfälle entstehen durch eine Mangeldurchblutung im Gehirn. Ursache ist entweder die Verstopfung eines Hirngefäßes (Hirninfarkt) oder aber eine Blutung ins Gehirn durch Zerreißen eines Hirngefäßes (Hirnblutung).

Unsere Spezialabteilung, die Stroke Unit

Der Begriff Stroke Unit stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Stroke = Schlag und Unit = Einheit. Eine Stroke Unit ist eine spezielle Organisationseinheit innerhalb eines Krankenhauses zur Erstbehandlung (Akutbehandlung) von Schlaganfallpatienten.

Das St. Vincenz- Krankenhaus betreibt seit 1997 eine solche Spezialstation. Seit 2004 ist unsere Abteilung durch die Deutsche Schlaganfallhilfe und die Deutsche Schlaganfall- Gesellschaft zertifiziert. Die Rezertifizierungen finden alle drei Jahre statt. Zuletzt wurde 2018 unsere Spezialstation unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Postert als regionale Stroke Unit rezertifiziert. Die nächste Rezertifizierung erfolgt im Jahr 2021.

Es stehen 10 hochmoderne Spezialbettenplätze zur optimalen Abklärung, Überwachung und Behandlung von Schlaganfallpatienten zur Verfügung.  Alle erforderlichen Möglichkeiten zur apparativen Überwachung sind gegeben. Es besteht eine 24-Stunden-Versorgung im ärztlichen und pflegerischen Bereich. Alle notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bis hin zur Angiographie und Lysetherapie sind in 24-Stunden-Bereitschaft durchführbar.

Wie werden Patienten bei uns auf der Stroke Unit behandelt?

  • Betreut und behandelt werden die Patienten durch ein multiprofessionelles, speziell geschultes und qualifiziertes Team (unsere Mitarbeiter nehmen regelmäßig an internen sowie externen Fort- und Weiterbildungen sowie Kongressen und Fachtagungen teil, u.a. ist eine Vielzahl unserer Gesundheits- und Krankenpfleger  zu spezialisierten Fachkräften für die Stroke Unit weitergebildet) aus Ärzten, Gesundheits- und Krankenpflegern, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialarbeitern und einem Neuropsychologen.
  • Die Patienten werden rund um die Uhr überwacht, d.h. es erfolgt ein kontinuierliches Monitoring von Blutdruck, Herzschlag, Sauerstoffgehalt im Blut, Atemfrequenz, Körpertemperatur und Blutzuckerwert.
  • Neben der Überwachung der Patienten werden auch spezielle Therapieverfahren auf der Stroke Unit durchgeführt, so z.B. die sogenannte Lysetherapie, bei der mittels eines Medikamentes versucht wird, in den ersten 4,5 Stunden nach Symptombeginn, ein verschlossenes Hirngefäß wieder zu eröffnen.
  • Auf der Stroke Unit findet täglich (auch an Sonn- und Feiertagen) eine Oberarztvisite statt, die durch den zuständigen Assistenzarzt sowie das Pflegefachpersonal und je nach Bedarf durch verschiedene Therapeuten und eine Sozialarbeiterin begleitet wird. Des Weiteren wird jeder Patient mehrmals täglich von einem Assistenzarzt visitiert und ein neurologischer Score zur Einschätzung des Patienten (Grad der Lähmung, Sprachstörungen,…) erhoben.
  • Die Dienstübergaben erfolgen am Patientenbett, der Patient steht im Mittelpunkt der Übergabe und wird aktiv daran beteiligt. Dies hilft Veränderungen vom Zustand des Patienten sofort zu erkennen. Außerdem wird so viel Transparenz geschaffen.
  • Jeder Patient wird von den Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten einmalig am Aufnahmetag bzw. am Folgetag besucht und die jeweilige Notwendigkeit und Art der Therapie geklärt. Bei Bedarf wird der Patient dann fortlaufend von den jeweiligen Therapeuten täglich behandelt.
  • Durch die enge Kooperation zu den Nachbardisziplienen Radiologie (bildgebende Diagnostik mit Computertomograpie (24-Stunden pro Tag möglich) und Kernspintomographie), Kardiologie (Abklärung von herzbedingten Ursachen des Schlaganfalls), Gefäßchirurgie (Operationen verengter Halsgefäße) und der Intensivmedizin können notwendige Untersuchungen und Behandlungen zeitnah durchgeführt werden.
  • Erfahrungsgemäß verbleiben Patienten ca. 3 Tage auf der Stroke Unit und werden dann in einem klinisch stabilen Zustand zur Weiterbehandlung auf eine Station der Klinik für Neurologie verlegt. Hier werden die eingeleiteten Therapien weitergeführt und noch ausstehende und abschließende Diagnostik erhoben, bis der Patient das Krankenhaus verlassen kann und in die weiterbehandelnde Rehaklinik verlegt wird oder eine andere Anschlussheilbehandlung erfährt.

Welche Ziele verfolgen wir mit diesen Maßnahmen und Strukturen der Stroke Unit für unsere Patienten?

  • Eine frühe, optimale und aktive Behandlung und Betreuung
  • Rasches Erkennen und Behandeln von Komplikationen
  • Eine Verbesserung der Prognose
  • Ein frühestmöglicher Beginn der aktivierenden Pflege
  • Ein frühestmöglicher Beginn rehabilitativer Maßnahmen
  • Die Aufklärung und Beratung des Patienten und seiner Angehörigen bzgl. des Krankheitsbildes und der individuellen Risikofaktoren
  • Die Einleitung weiterführender Maßnahmen zur Rehabilitation und ein reibungsloser Übergang zwischen Krankenhausaufenthalt und Rehabilitation 
  •  Die Senkung des Behinderungsgrades nach einem Schlaganfall


Um einen Schlaganfall bestmöglich zu behandeln ist es jedoch unabdingbar den Schlaganfall frühzeitig zu erkennen und ihn als Notfall einzustufen. Es ist von enormer Bedeutung und auschlaggebend für die Behandlungsmöglichkeiten (z.B. Durchführung einer Lysetherapie) eines Patienten, schnellstmöglich nach Auftreten der Ersten Schlaganfall (Früh-) Symptome auf einer Stroke Unit aufgenommen und behandelt zu werden.

Bei Auftreten dieser möglichen Schlaganfallsymptome sollten Sie unverzüglich 112 wählen.

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall!