Begleitteam Vincenz 70 plus für Patienten ab 70 Jahren

Wenn ältere Menschen ins Krankenhaus kommen, können Narkosen, Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel sowie die psychische Belastungen und vor allem die unbekannte Umgebung eine akute Verwirrtheit, das sogenannte Delir, begünstigen. Eine intensive Betreuung durch das „Begleitteam Vincenz 70plus“ kann das Risiko einer solchen Verwirrtheit deutlich vermindern. Nachdem die Arbeit des Teams bei der Erprobungsphase in der Klinik für Neurologie sehr erfolgreich war, hat es nun seine Arbeit in der Medizinischen Klinik I aufgenommen. Das derzeit zehnköpfige Team besteht aus Gesundheits- und Krankenpflegern mit speziellen Kompetenzen in Bezug auf Alter, Geriatrie und Demenz. Sowie aus weiteren Personen die auf diese Aufgabe speziell und intensiv geschult wurden.

„Betroffene sind zeitlich und örtlich desorientiert, können gerade Geschehenes nicht einordnen und entfernen sich manchmal unkontrolliert von der Station“, erklärt Pflegedirektor Andreas Göke. „Im schlimmsten Fall gefährden sich desorientierte Patienten sogar selbst.“ Um die Delir-Wahrscheinlichkeit der Patienten einschätzen zu können, führen die Mitarbeiter bei allen Neuzugängen über 70 Jahren spezielle Tests durch. Bei einem positiven Ergebnis wird der Patient - mit seiner Zustimmung - in das Programm aufgenommen und von da an intensiv betreut. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur geistigen Anregung, körperlichen Aktivierung oder Förderung eines erholsamen Schlafs durchgeführt.

„Mit unserer Arbeit wollen wir nicht nur die die Sicherheit und Delir-Minimierung, sondern auch die Betreuungsqualität für ältere Menschen erhöhen“, erklärt Projekt-Koordinatorin Denise Wiehen. Neben dem Begleitteam spielen aber auch die Angehörigen eine wichtige Rolle. „Sie können Auffälligkeiten und Verhaltensveränderungen am besten erkennen und sollten uns frühzeitig darauf hinweisen, damit wir gegensteuern können.“