Studienzentrale der Frauenklinik St. Louise gefördert

Studienangebot sichert modernste Therapieoptionen für die Region

Prof. Dr. Michael Patrick Lux, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, ist durch seine umfangreichen Studien ein international gefragter Experte der Krebsforschung. Mit seiner hohen Fachexpertise bereichert er seit einem Jahr als Chefarzt die onkologische Versorgung im Hochstift und entwickelt die bestehende Studienzentrale der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe dynamisch weiter. Durch sein großes Netzwerk konnten zahlreiche internationale Studien mit modernsten Therapien auch nach Paderborn geholt werden. Nun erhielt das Klinik-Team einen positiven Förderbescheid in Höhe von 30.000 Euro der Paderborner Josef-Freitag-Stiftung zum weiteren Ausbau der Studienzentrale und des Studienangebots für die Jahre 2020 und 2021.

Eine solche Studienzentrale erfordert viel spezialisiertes Personal. Denn nicht nur die Ärzteschaft ist in die Forschung involviert, sondern auch speziell geschulte Gesundheits-und Krankenpfleger, Medizinische Dokumentationsassistenten oder Medizinische Fachangestellte. Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass zahlreiche Studien nicht kostendeckend durchgeführt werden, obwohl sie einen enorm hohen wissenschaftlichen Stellenwert haben. „Wir sind dankbar für die außerordentliche Unterstützung der Josef-Freitag-Stiftung. Wir möchten den Beitrag für eine weitere Stelle in der Studienassistenz nutzen und die Studienzentrale einen weiteren Schritt nach vorne bringen “, so Chefarzt Lux. „Mein Ziel ist ein breites Angebot an klinischen Studien für die Patientinnen unserer zertifizierten Krebszentren. So ermöglichen wir vor Ort in Paderborn innovative Therapien nach dem neuesten Stand der Wissenschaft“, betont Lux. „Keine Krebserkrankung verläuft wie die andere. Daher sind Studien für den stetigen Fortschritt in der Wissenschaft unverzichtbar. Durch die Teilnahme erhalten Patientinnen neue, vielversprechende Behandlungen oder Medikamente, die zwar noch nicht zugelassen sind, sich aber bereits in Studien in Bezug auf Nebenwirkungen und Wirksamkeit bewährt haben und nun für die Zulassungsverfahren weiter untersucht werden. Außerhalb klinischer Studien sind diese Therapien noch nicht zugänglich.“ Erkenntnisse daraus können so die etablierte Praxis verändern und die Heilungschancen der Betroffenen weiter erhöhen. Zudem ist das Angebot von klinischen Studien ein vorgeschriebenes Qualitätsmerkmal im Rahmen der Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. Prof. Dr. Lux möchte die bestmögliche Therapie bieten und Betroffenen lange Wege zu anderen Universitätskliniken ersparen: „Im letzten Jahr schenkten uns über 500 Frauen, bei denen ein neues Karzinom festgestellt wurde, ihr Vertrauen. Unsere zertifizierten Krebszentren im Bereich der Frauenheilkunde sind die einzigen im Kreis Paderborn. Das Einzugsgebiet geht daher bis in das Sauerland und Nordhessen.“
Krebspatientinnen, die an Studien teilnehmen, haben viele Vorteile: Die Patientinnen erhalten engmaschigere Kontrollen. Es gibt strenge Vorgaben an die Erfassung der Wirksamkeit und Lebensqualität. Eventuelle Nebenwirkungen der neuen Verfahren werden besonders ins Augenmerk gefasst. Gegenmaßnahmen leitet das erfahrene Team dann sofort ein. Die Frauen helfen mit ihren Erfahrungsberichten den Forschern und anderen Krebspatientinnen, bestehende Therapien immer weiter zu verbessern. Lux strebt an, eine Studienquote von 20 Prozent zu erreichen. „Unsere Stiftung unterstützt seit vielen Jahren die medizinische Wissenschaft und Forschung. Dabei liegt uns insbesondere die Förderung der Krebsforschung am Herzen. Wenn wir auf dem Wege einen Beitrag zur Weiterentwicklung innovativer Therapien hier vor Ort leisten können, freut uns das umso mehr“, betont Josef Glaen, Vorsteher der Josef-Freitag-Stiftung.

Bildunterzeile:
Von links: Sara Heimann (Study Nurse), Josef Glaen (Vorstand Josef-Freitag-Stiftung), Prof. Dr. Mi-chael Patrick Lux (Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe), Christina Everding (Study Nurse). Foto: St. Vincenz-Krankenhaus/Hoppe