Die neonatologische Kinderintensivstation K4 der St. Louise Frauen- und Kinderklinik hat nunmehr ihren regulären Betrieb wieder aufgenommen. Nach intensiven Untersuchungen steht die Station ab sofort wieder vollumfänglich für die spezialisierte Versorgung von Früh- und Neugeborenen aus der Region zur Verfügung.
Im August 2026 war bei mehreren Kindern das Bakterium Enterobacter hormaechei nachgewiesen worden. Die Klinik hatte daraufhin unverzüglich die Gesundheitsbehörden eingebunden, umfassende krankenhaushygienische Untersuchungen und Schutzmaßnahmen unter Einbeziehung externer Hygiene-Experten eingeleitet. Diese entsprachen den Kriterien der krankenhaushygienischen Anforderungen bei einer Häufung von Besiedlungen bei Frühgeborenen. Aufnahmen wurden vorsorglich auf Veranlassung der Klinik selber gestoppt.
Untersuchungen zur Quellensuche
Ursprünglich wurde aus vorsorgendem Patientenschutz davon ausgegangen, dass ein einheitlicher Sequenztyp von Enterobacter hormaechei vorlag. Die anschließenden fortlaufenden Untersuchungen zeigten jedoch folgendes Ergebnis.
Die Untersuchungen ergaben, dass ein Kind an einer Sepsis mit Enterobacter hormaechei erkrankte und tragischerweise verstarb.
Ein weiteres Kind in einem anderen Zimmer erkrankte ebenfalls an einer Infektion, jedoch mit einer anderen Spezies, nämlich Enterobacter cloacae. Dieses Kind ist wieder vollständig genesen und wurde zwischenzeitlich entlassen. Dieser Stamm zeigte keine genetischen Gemeinsamkeiten mit dem Enterobacter hormaechei.
Bei der weiteren abklärenden Untersuchung zum Vorkommen von Enterobacter hormaechei wurde dieser Stamm bei vier weiteren Kindern ohne jede klinische Symptomatik im Rachen nachgewiesen.
Keiner der bei den Kindern nachgewiesenen Bakterien von Enterobacter hormaechei konnte bei den mehreren hundert fortlaufend entnommenen Proben von Oberflächen oder Geräten auf der Station nachgewiesen werden.
In zwei Umgebungsuntersuchungen konnte Enterobacter hormaechei in Abwasser von zwei Waschbecken nachgewiesen werden. Diese werden in jüngsten wissenschaftlichen Untersuchungen als Quelle von sog. gramnegativen Erregern, wozu auch Enterobacter spp. gehören, beschrieben. In Übereinstimmung mit der Literatur gehen wir davon aus, dass es sich hierbei um eine potentielle, jedoch durch genetische Untersuchung nicht abgesicherte Quelle handeln könnte. Dies führte dennoch dazu, dass man das bisher angewandte Desinfektionsverfahren auf ein Desinfektionsverfahren auf Sauerstoffbasis umgestellt hat.
Es werden weitere fortlaufende Untersuchungen bei den Kindern der Station K4 durchgeführt, um die Situation weiter zu beobachten. Die vormals besiedelten Kinder ohne klinische Symptomatik konnten zwischenzeitlich bei guter Gesundheit verlegt werden.
Nachdem alle Zimmer außerdem schlussdesinfiziert wurden und es keine Hinweise über ein fortbestehendes Vorkommen von Enterobacter hormaechei gibt, konnte in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Aufnahmestopp wieder aufgehoben werden.
Verlässliche Versorgung für die Region
Damit bietet die Station K4 ab sofort für alle Früh- und Neugeborenen wieder die umfassende geburtshilfliche und perinatale Betreuung.
„Mit den nun vorliegenden Ergebnissen und darauf basierenden Maßnahmen ist die Grundlage dafür gegeben, den regulären Betrieb wieder aufzunehmen“, erklären Markus Funk und Sr. Bernadette M. Putz aus der Geschäftsführung. „Bei aller medizinischen und wissenschaftlichen Einordnung dürfen wir dennoch die menschliche Seite dieser Situation nicht vergessen. Einem Kind konnten wir trotz intensiver medizinischer Behandlung nicht mehr helfen. Dieser Verlust ist für uns alle tragisch. Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl sind bei der betroffenen Familie.“