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Hund auf Rezept? Warum Bewegung und soziale Kontakte für Menschen mit Parkinson so wichtig sind

Empfehlen Bewegung und soziale Kontakte für Menschen mit Parkinson: (v. l.) Schwester Shigi Varghese Sr. Lines, Hund Simba, Chefarzt Professor Dr. med. Thomas Postert und Oberärztin Dr. med. Maria Sönnekes.
© St. Vincenz-Kliniken, Kommunikation und Marketing

Paderborn. „Manchmal denke ich, wir müssten unseren Parkinson-Patientinnen und
-Patienten eigentlich einen Hund auf Rezept verschreiben“, sagt Professor Thomas Postert, Chefarzt der Klinik für Neurologie, schmunzelnd. Was zunächst ungewöhnlich klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Regelmäßige Bewegung und soziale Kontakte gehören zu den wichtigsten Bausteinen einer erfolgreichen Behandlung der Parkinson-Erkrankung.

Menschen mit Parkinson profitieren davon, täglich aktiv zu sein. Wer mit einem Hund unterwegs ist, bewegt sich nicht nur regelmäßig an der frischen Luft, sondern kommt häufig auch mit anderen Menschen ins Gespräch. Gerade diese Kombination aus körperlicher Aktivität und sozialer Teilhabe kann dazu beitragen, die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten und einem Rückzug aus dem Alltag entgegenzuwirken.

„Natürlich ersetzt ein Hund keine medizinische Therapie“, bekräftigt Oberärztin Dr. Maria Sönnekes. „Aber er motiviert dazu, jeden Tag vor die Tür zu gehen, in Bewegung zu bleiben und soziale Kontakte zu pflegen. Genau diese Faktoren sind für Menschen mit Parkinson von großer Bedeutung.“

Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie

Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die unter anderem zu verlangsamten Bewegungen, Muskelsteifigkeit und Gleichgewichtsstörungen führt. Deshalb empfehlen Fachleute, körperliche Aktivität möglichst früh und regelmäßig in den Alltag zu integrieren. Spaziergänge, gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining, Gymnastik oder Tanzen können dazu beitragen, Mobilität und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Ebenso wichtig ist der Austausch mit anderen Menschen. Gemeinsame Aktivitäten, Therapiegruppen oder Selbsthilfeangebote stärken nicht nur die Motivation, sondern können auch Einsamkeit vorbeugen. „Die medikamentöse Therapie und regelmäßige Bewegung sind zwei tragende Säulen der Parkinson-Behandlung“, betont Oberärztin Dr. Maria Sönnekes. „Medikamente helfen, die Symptome zu lindern. Bewegung unterstützt dabei, Mobilität, Gleichgewicht und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Erst das Zusammenspiel beider Bausteine ermöglicht eine bestmögliche Behandlung.“

Ganzheitliche Behandlung bei Parkinson

Nehmen die Beschwerden zu oder wird der Behandlungsbedarf komplexer, stehen verschiedene Therapiebausteine zur Verfügung. Neben einer individuell abgestimmten medikamentösen Behandlung spielen Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie eine entscheidende Rolle. Für viele Betroffene kann zudem eine Parkinson-Komplexbehandlung sinnvoll sein. Dabei arbeiten Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie Therapeutinnen und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen eng zusammen. Ziel ist es, Beweglichkeit, Sprache, Schlucken und Alltagskompetenz gezielt zu fördern und die Therapie individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abzustimmen.

„Parkinson lässt sich heute zwar noch nicht heilen, aber wir können viel dafür tun, dass Betroffene möglichst lange aktiv und selbstständig bleiben“, sagt Professor Thomas Postert. „Entscheidend ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das Medikamente, intensive Therapien und Bewegung sinnvoll miteinander verbindet.“