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Ärztlicher Sommerdialog auf Gut Ringelsbruch: Paderborner Krankenhäuser setzen starkes Zeichen für Zusammenarbeit

Die Teilnehmenden des „Ärztlichen Sommerdialogs“ freuten sich über dieses neue gemeinsame Veranstaltungsformat.

Die Paderborner Krankenhäuser haben sich auf Gut Ringelsbruch zum „Ärztlichen Sommerdialog“ getroffen und dabei die Zusammenarbeit in der regionalen Gesundheitsversorgung in den Fokus gerückt. Die Geschäftsführer Markus Funk, St. Vincenz-Kliniken, und Siegfried Rörig, Christliches Klinikum Paderborn (CKP), machten in ihrer Begrüßung deutlich, dass die Krankenhäuser unter zunehmendem Druck stehen und tragfähige Lösungen nur im Dialog entstehen können. „Wir schaffen heute bewusst Raum für Austausch und Verständigung. Das ist ein wichtiges gemeinsames Zeichen. Es geht um unsere gemeinsame Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in Paderborn“, so die Geschäftsführungen.

Einen gesundheitspolitischen Rahmen gab Dr. Claas Bentlage vom GKV-Spitzenverband. Er erläuterte die Krankenhausreform und die damit verbundenen Auswirkungen auf Strukturen und Finanzierung. Dabei wurde deutlich, dass die kommenden Veränderungen weiterhin erhebliche Anpassungen in der Krankenhauslandschaft erfordern werden.

Wie Kooperation bereits erfolgreich funktioniert, zeigten Beispiele aus der onkologischen Versorgung: Dr. Tobias Gaska, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin des CKP, und Prof. Dr. Michael P. Lux, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der St. Vincenz-Kliniken, stellten die Zusammenarbeit im langjährig zertifizierten Brust- und Gynäkologischen Krebszentrum vor. Beide machten deutlich, dass moderne Behandlung heute nur noch im interdisziplinären Netzwerk und über Standortgrenzen hinweg sinnvoll organisiert werden kann.

Ein zentrales Thema des Abends war die Zukunft der Notfallversorgung in Paderborn und der Region. In einer Podiumsdiskussion mit Chefärzten der beiden Krankenhäuser für Akut- und Notfallmedizin, Vertretern des Rettungsdienstes, der Kinderklinik sowie der Kassenärztlichen Vereinigung wurde intensiv über die aktuelle Struktur diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Patientinnen und Patienten künftig schneller in die richtige Versorgung gelangen können. Dabei herrschte Einigkeit, dass die bisher vielfach getrennt arbeitenden Bereiche von ambulanter Versorgung, Rettungsdienst und Krankenhaus stärker verzahnt werden müssen. Ziel ist eine bessere Steuerung der Patientenströme, damit medizinische Hilfe bedarfsgerecht und ohne unnötige Umwege erfolgt. Mehrfach wurde betont, dass die Notfallversorgung nur gemeinsam und standortübergreifend stabil gewährleistet werden kann. Ein weiterer Aspekt war die zunehmende Belastung der Notaufnahmen, die eine klarere Strukturierung der Versorgungswege erforderlich macht.

Ein besonderer Moment des Abends war die Verabschiedung von Dr. Ulrich Polenz, dem für seine herausragenden Leistungen und sein Engagement als Allgemeinmediziner in Paderborn sowie als Leiter der hiesigen KVWL-Bezirksstelle die silberne Ehrennadel verliehen wurde. Dr. Gregor Haunerland, Vorsitzender des Verwaltungsbezirks Paderborn der Ärztekammer Westfalen-Lippe, gratulierte und überreichte die silberne Ehrennadel der Ärztekammer und eine Urkunde.

Polenz betonte, wie wichtig es sei, Diskussionen gemeinschaftlich zu führen und die Position des Gegenübers anzuhören. Bei Zusammenarbeit müsse das „Zusammen“ im Vordergrund stehen. Sein Ziel sei immer gewesen, eine gemeinsame Gesprächskultur zu entwickeln und zu bewahren.

Beim abschließenden Get-together nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum weiteren Austausch und zur Vertiefung der Zusammenarbeit.