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Multiple Sklerose heute: „Jetzt erst recht“ statt Zukunftsangst
Ansprechpartner im Paderborner MS-Zentrums des St. Vinzenz Krankenhauses v. l.: Prof. Dr. med. Thomas Postert (Chefarzt Neurologie), Nicole Rüssel (MS Ambulanz) und Dr. med. Laura Kubenke (Oberärztin Neurologie).
Paderborn. Die Diagnose Multiple Sklerose (MS) bedeutete für viele Betroffene früher große Unsicherheit. Heute hat sich die Situation vielfach grundlegend verändert. Anlässlich des Welt-MS-Tages am 30. Mai 2026 macht das Team des MS-Zentrums am St. Vinzenz Krankenhaus auf die enormen Fortschritte in Diagnostik und Therapie aufmerksam. Das diesjährige Motto „Jetzt erst recht“ spiegelt die neue Perspektive vieler Patientinnen und Patienten wider: Trotz der Erkrankung sind berufliche Entwicklung, Familienplanung und ein aktives Leben heute in den meisten Fällen möglich.
Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, die meist erstmals im jungen Erwachsenenalter auftritt. Dabei entstehen Entzündungsherde im Gehirn und Rückenmark, die neurologische Ausfälle verursachen können. Zu den typischen ersten Symptomen zählen Sehstörungen durch eine Sehnerventzündung, Sensibilitäts- und Koordinationsstörungen sowie Lähmungserscheinungen. Häufig verläuft die Erkrankung schubförmig. In Deutschland leben rund 300.000 Menschen mit MS.
Noch vor etwa 30 Jahren gab es keine nachweislich wirksamen Therapien gegen die Erkrankung. Heute stehen 17 moderne Medikamente zur Verfügung, die das fehlgeleitete Immunsystem gezielt beeinflussen und Krankheitsaktivität oft nahezu vollständig unterdrücken können. Weitere innovative Therapieformen befinden sich kurz vor der Zulassung.
Aktuelle Studien zeigen: Bei mehr als 80 Prozent der Menschen mit neu diagnostizierter schubförmiger MS treten unter moderner Behandlung keine alltagsrelevanten neurologischen Einschränkungen mehr auf. Selbst hochsensitive kernspintomografische Untersuchungen zeigen bei vielen Betroffenen keine neuen oder veränderten Entzündungsherde mehr. „Diese Entwicklung gilt allerdings vor allem für Menschen, bei denen die Erkrankung früh erkannt und mit modernen Therapien behandelt werden kann“, erklärt Prof. Dr. Thomas Postert, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Zentrumsleiter. „Patientinnen und Patienten, die bereits seit vielen Jahren mit MS leben und bei denen irreversible neurologische Schäden entstanden sind, profitieren von diesen Fortschritten häufig nur eingeschränkt.“
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen auch die Erfahrungen des großen Paderborner MS-Zentrums im St. Vinzenz Krankenhaus. Als überregionales Schwerpunktzentrum behandelt das Team ambulant und stationär auch Patientinnen und Patienten mit besonders aktiven Krankheitsverläufen auf universitärem Niveau. Viele Betroffene werden dort bereits seit mehr als 20 Jahren mit hochwirksamen Therapien begleitet und führen trotz ihrer Erkrankung ein selbstbestimmtes Leben. Dazu gehören erfolgreiche berufliche Karrieren, Familiengründungen und sogar sportliche Höchstleistungen.
Das Motto des diesjährigen Welt-MS-Tages „Jetzt erst recht“ beschreibt daher die Haltung vieler Betroffener besonders treffend. Auch im Paderborner MS-Zentrum hören die Ärztinnen und Ärzte diesen Satz immer wieder von ihren Patientinnen und Patienten.
St. Vincenz-Kliniken GmbH Am Busdorf 2 33098 Paderborn Tel.:+49 5251 86 0