Epilepsie
Circa 3% der Menschen erleiden im Laufe ihres Lebens einen epileptischen Anfall. Es handelt sich dabei um eine kurzzeitige Funktionsstörung des Gehirns, die zumeist schlagartig und ohne erkennbare Auslöser auftritt. Vergleichbar mit einem Gewitter entladen sich dabei gleichzeitig mehrere Nervenzellverbände im Gehirn, sodass beispielsweise in ausgeprägten Fällen ein Bewusstseinsverlust in Verbindung mit nicht kontrollierbaren Bewegungsmustern der Extremitäten vorhanden ist. Man spricht in einem solchen Fall von einem generalisierten tonisch-klonischem Krampfanfall. Treten mehrerer solcher Anfälle hintereinander auf, kann die Erkrankung auch lebensbedrohlich sein und erfordert eine intensiv-medizinische Behandlung. Für eine solche Situation stehen sehr gut wirksame Medikamente zur Verfügung, die das Auftreten weiterer Anfälle vermeiden.
Während eines stationären Aufenthaltes werden in der Regel folgende diagnostische und therapeutische Maßnahmen eingeleitet:
- Stabilisierung der Erkrankung mit sofortiger Einleitung einer antiepileptischen Therapie, falls erforderlich unter Monitorüberwachung
- Abklärung der Diagnose z. B. mittels Elektroenzephalografie (EEG), Kernspintomografie des Gehirns und Nervenwasseruntersuchung
- Falls erforderlich Einstellung auf eine medikamentöse Dauertherapie mit dem Ziel der Anfallsfreiheit
- Falls nachweisbar Behandlung der Ursache der Epilepsie
Im Rahmen eines stationären Aufenthaltes wird die Ursache dieser Erkrankungen erarbeitet und eine spezielle Behandlung eingeleitet. Durch die Größe der Abteilung ist ein hoher Spezialisierungsgrad auch in der Versorgung seltener Erkrankungen gewährleistet. Es besteht eine Anbindung an verschiedene universitäre Einrichtungen, deren Rat bei besonders komplexen Konstellationen eingeholt wird.
Andere neurologische Erkrankungen
Mit circa 4000 stationären Patienten pro Jahr sind wir eine sehr große Abteilung und versorgen als einzige Neurologie des Kreises Paderborn sämtliche Erkrankungen unseres Fachgebiets. Dabei diagnostizieren und behandeln wir mit einem Team von über 25 qualifizierten Ärzten sowie spezialisiertem Pflegepersonal auch seltene und medizinisch sehr anspruchsvolle Erkrankungen. Beispielhaft zu nennen wären:
- Erkrankungen des peripheren Nervensystems (z. B. Guillain-Barré-Syndrom)
- Akute Polyneuropathie
- Muskelerkrankungen
- Akute Schwindelsyndrome
- Kopfschmerzsyndrome
Prof. Dr. Thomas PostertChefarzt
Neurologie
Facharzt für Neurologie
Neurologische Intensivmedizin
- Habilitation an der Ruhr-Universität Bochum über neue Ultraschallverfahren beim Schlaganfall
- Fakultative Weiterbildung Neurologische Intensivmedizin
- Vollständige Weiterbildungsbefugnis Neurologie/ Neurologische Intensivmedizin
- Zertifikate für Ultraschall, evozierte Potenziale (EP) und Elektromyographie (EMG) der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie (DGKN)
- Anerkannter Ausbilder der DGKN für Ultraschall, EP und EMG
- Seminarleiter und Ausbilder für Ultraschall der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin
- Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
- Leiter der Ermächtigungsambulanz für Multiple Sklerose-Patienten und andere neuroimmunologische Erkrankungen
- Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften
Weiterbildungsbefugnisse:
- FA Neurologie: 48 Monate
weitere Qualifikationen