Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn ein Blutgefäß, das den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgt, plötzlich verstopft wird. In den meisten Fällen ist eine verengte oder verkalkte Koronararterie (koronare Herzkrankheit) die Ursache. Die Folge: Der betroffene Teil des Herzmuskels wird nicht mehr durchblutet und beginnt innerhalb kurzer Zeit abzusterben. Ohne schnelle Behandlung kann dies lebensbedrohlich sein.
Typische Symptome eines Herzinfarkts
Nicht jeder Herzinfarkt äußert sich mit den klassischen Symptomen. Dennoch sind folgende Anzeichen häufig:
- Starke, lang anhaltende Brustschmerzen – oft als Druckgefühl, Enge oder Brennen beschrieben
- Ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm, Schulter, Rücken oder Kiefer
- Atemnot und Erstickungsgefühle
- Übelkeit, Erbrechen oder plötzliche Schweißausbrüche
- Schwächegefühl oder Schwindel
- Angstgefühl („Todesangst“) und Unruhe
Gerade bei Frauen, älteren Menschen und Diabetikern können die Symptome jedoch unspezifisch sein, z. B. nur Luftnot oder starke Müdigkeit.
Sofortige Maßnahmen – Jede Minute zählt!
Ein Herzinfarkt ist ein medizinischer Notfall. Wer Symptome bemerkt, sollte sofort den Notruf 112 wählen und folgende Maßnahmen ergreifen:
- Ruhe bewahren und hinsetzen oder hinlegen, um den Kreislauf zu entlasten.
- Enge Kleidung lockern und für frische Luft sorgen.
- Medikamente einnehmen, falls bereits vom Arzt verordnet (z. B. Nitrospray, ASS).
- Falls die Person bewusstlos ist und nicht atmet, sofort mit der Wiederbelebung (Herzdruckmassage) beginnen.
Diagnose & Akutbehandlung
Sobald der Rettungsdienst eintrifft, werden ein EKG geschrieben und Medikamente zur Blutverdünnung verabreicht. Im Krankenhaus erfolgt sofort eine Koronarangiographie (Herzkatheteruntersuchung), um das verschlossene Gefäß zu identifizieren.
Je nach Schwere des Infarkts gibt es zwei Hauptbehandlungswege:
- Ballondilatation mit Stent-Implantation (perkutane Koronarintervention, PCI) – Das verstopfte Gefäß wird mithilfe eines kleinen Ballons erweitert und mit einem Stent (Metallgitterröhrchen) offen gehalten.
- Bypass-Operation – Falls die Engstellen nicht durch einen Stent behandelt werden können, wird eine Umgehung des blockierten Gefäßes mit einer körpereigenen Vene oder Arterie angelegt.
Nachsorge & Rehabilitation
Ein überlebter Herzinfarkt erfordert eine intensive Nachsorge, um das Risiko für einen erneuten Infarkt zu minimieren. Dazu gehören:
- Medikamentöse Therapie (Blutverdünner, Betablocker, Cholesterinsenker)
- Lebensstiländerungen (gesunde Ernährung, Bewegung, Gewichtsreduktion, Rauchstopp)
- Kardiologische Rehabilitation – ein strukturiertes Reha-Programm zur Verbesserung der Herzgesundheit
Durch eine konsequente Behandlung und Prävention lässt sich das Risiko für erneute Infarkte deutlich senken. In unserer Klinik begleiten wir Patienten umfassend – von der Notfallversorgung bis zur langfristigen Herzgesundheit.