Umzug aus dem Medico ans St. Vincenz-Krankenhaus – Ausbau zur Portalpraxis geplant
Paderborn, 13.03.2026. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) stellt den allgemeinen Bereitschaftsdienst in Paderborn zukunftsgerecht neu auf: Ab Montag (23. März) werden Patientinnen und Patienten aus Paderborn und Umgebung mit akuten Beschwerden abends und am Wochenende direkt im St. Vincenz-Krankenhaus (Am Busdorf 2) versorgt.
In den neuen Räumlichkeiten sind weiterhin die niedergelassenen Ärztinnen und -ärzte Ansprechpartner für Akutfälle, wenn die örtlichen Praxen geschlossen sind. Dr. Ulrich Polenz, Allgemeinmediziner und Leiter der KVWL-Bezirksstelle Paderborn, begründet den Umzug vom unweit entfernten „Medico“ ans St. Vincenz-Krankenhaus: „Der Vorteil ist die direkte Anbindung an die Klinik. So können Erkrankte in schweren Fällen direkt nebenan in der Notaufnahme weiterbehandelt werden. Umgekehrt können Patienten, die sich mit nicht so schweren Erkrankungen in der Notaufnahme der Klinik gemeldet haben, direkt an den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst vermittelt werden. Notfallmedizinische Kompetenz der Klinik und allgemeinmedizinische Erfahrung der Kassenärzte werden Hand in Hand greifen – das kommt in erster Linie den Patienten zugute.“
„Am St. Vincenz-Krankenhaus bieten wir eine umfassende Notfallversorgung auf höchster Versorgungsstufe. Zu einer qualitativ hochwertigen und patientenorientierten Versorgung gehört für uns, dass jeder Patient genau die Behandlung erhält, die medizinisch notwendig ist“, sagt Markus Funk, Geschäftsführer des St. Vincenz-Krankenhauses. Geschäftsführerin Sr. Bernadette M. Putz ergänzt: „Die räumliche Nähe sorgt dafür, dass Patientinnen und Patienten schnell die passende medizinische Versorgung erhalten – sei es in der Notaufnahme der Klinik oder im Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst.“
Patientenservice 116 1117 bleibt wichtige Schnittschnelle
„Ob der Weg in die neue KV-Bereitschaftspraxis aber überhaupt notwendig ist, sollte vorab mithilfe des Patienten-Navi auf www.116117.de oder durch einen Anruf bei der Service-Rufnummer 116 117 geklärt werden“, ergänzt Dr. Polenz und erläutert: „Unter dieser kostenfrei erreichbaren Telefonnummer nimmt zunächst medizinisch geschultes Personal eine fundierte Ersteinschätzung vor. Die Mitarbeitenden können so die Behandlungsdringlichkeit und die Notwendigkeit einer Untersuchung in der KV-Bereitschaftspraxis ermitteln. In vielen Fällen kann der Besuch durch ein Gespräch mit einem Arzt per Videotelefonie ersetzt werden. Die Mitarbeitenden der 116 117 übernehmen die Koordination für eine solche Videosprechstunde.“ Alternativ ist die 116 117 auch via App erreichbar (siehe „INFO: Patientenservice 116 117“).
Nach Umbau der ZNA: Ausbau zur Portalpraxis geplant
Zum Ende des Jahres ist noch eine weitere Veränderung geplant. Nach dem abgeschlossenen Umbau der ZNA wird an gleicher Stelle eine sogenannte Portalpraxis entstehen. Dr. Polenz erläutert: „Dort werden dann alle Patienten zunächst an einem gemeinsamen Tresen empfangen. Die fachkundigen Mitarbeitenden entscheiden dann, ob die Behandlung weiter ambulant durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst der KVWL in der Portalpraxis, ambulant im Krankenhaus mit erweiterten Diagnostik-Leistungen oder aber stationär in der Klinik stattfindet.“ Ein konkreter Starttermin für die Portalpraxis steht noch nicht fest. Die KVWL und das St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn werden die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren.
INFO: Patientenservice 116 117 – der zentrale Wegweiser, online und telefonisch
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ist für den ärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der Praxisöffnungszeiten im Landesteil Westfalen-Lippe zuständig. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte stehen bereit, um akute Beschwerden in insgesamt 91 Bereitschaftspraxen in Westfalen-Lippe zu behandeln. Hierzu zählen 61 allgemeine, 21 pädiatrische, fünf HNO- und vier augenärztliche Bereitschaftsdienstpraxen.
Wer online über das „Patienten-Navi“ unter www.116117.de oder telefonisch bei der Patientenservice-Hotline 116 117 (kostenfrei, ohne Vorwahl) Hilfe sucht, erhält rund um die Uhr eine schnelle medizinische Ersteinschätzung seiner Beschwerden. An der Hotline stellen die medizinisch geschulten Mitarbeitenden rund 20 gezielte, individuelle und strukturierte Fragen zum Beschwerdebild. Telefonisch wie online unterstützt die bundesweit genutzte Software „SmED“ („Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland“). Bei SmED handelt es sich um ein zertifiziertes Medizinprodukt. Das Programm ermittelt eine Empfehlung zur Behandlungsdringlichkeit und zum korrekten Behandlungsort: Haus- oder Facharzt-Praxis, Videosprechstunde, Bereitschaftspraxis oder Krankenhausambulanz. Für nicht mobile Patienten organisieren die Mitarbeitenden des Patientenservice 116117 im Bedarfsfall auch einen ärztlichen Hausbesuch. Für die Videosprechstunde gilt, dass das Beschwerdebild hierfür geeignet sein muss. Kommt die Videosprechstunde je nach Symptomatik und Dringlichkeit in Frage, leiten die Mitarbeitenden der KVWL Patientinnen und Patienten in das „virtuelle Wartezimmer“ weiter. Dazu erhalten diese per SMS oder E-Mail einen entsprechenden Zugangslink. Wichtig: Im Internet-Browser müssen sie der Nutzung von Kamera und Mikrofon zustimmen. Auch die Krankenversichertenkarte wird benötigt.
Typische Fälle für den Bereitschaftsdienst sind: Erkältungskrankheiten, grippale Infekte mit Fieber und Schmerzen, Infektionen von Hals, Nase, Ohren, Magen-Darm-Infekte mit Brechdurchfall, akute Bauchschmerzen, Migräne oder Hexenschuss. Wichtig: Bitte wenden Sie sich in einer lebensbedrohlichen Notfallsituation umgehend an die Rettungsleitstelle unter der Telefonnummer 112. Weitere Informationen zu den ärztlichen Bereitschaftsdiensten und den Öffnungszeiten finden Bürgerinnen und Bürger unter www.kvwl.de/116117.