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Erstmals Bluetooth-fähiger Defibrillator in Paderborn implantiert

Digitale Überwachung und Nachsorge per App verbessert Patientenbetreuung

v. l. Team der Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin mit Mihai Hasmasan, Oberarzt, Dr. med. Sibylle Brandner, Leitende Oberärztin und Prof. Dr. med. Andreas Götte Chefarzt

Die St. Vincenz-Kliniken Paderborn haben erstmals einem Patienten mit schwerer Herzarrhythmie einen innovativen, Bluetooth-fähigen Defibrillator implantiert. Damit ist die Klinik Vorreiter in der Region bei der Anwendung dieser modernen Technologie.

Der implantierbare Defibrillator (ICD) Crome™ kann sich durch Bluetooth-Technologie sicher und drahtlos mit dem Tablet des Arztes oder dem Smartphone des Patienten verbinden. „Diese neuen Geräte bieten eine nahtlose Nachsorge, da relevante Daten übermittelt werden können und weniger zeitaufwendige Krankenhausbesuche erforderlich sind“, erklärt Oberärztin der Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin Dr. Sibylle Brandner.

Im klinischen Alltag eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten: Einstellungen und Programmierungen des Implantats können über einen tragbaren Tablet-Gerätemanager vorgenommen werden. Für die regelmäßige Nachsorge können Patientinnen und Patienten über eine spezielle App direkt mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem Arzt verbunden bleiben. Die digitale Fernüberwachung sorgt für mehr Flexibilität im Alltag der Betroffenen. Automatische Warnmeldungen informieren das medizinische Team frühzeitig über klinisch relevante Ereignisse, sodass bei Bedarf schnell reagiert werden kann. Gleichzeitig erhalten Patientinnen und Patienten über die App Einblick in ausgewählte Gesundheits- und Gerätedaten.

„Die Bluetooth-fähigen Implantate ermöglichen es den Menschen, sich aktiver an ihrer eigenen Herzgesundheit zu beteiligen und mit ihrer Klinik in Verbindung zu bleiben“, betont Chefarzt Prof. Dr. Götte. „Dies ist ein wichtiger Schritt in der Digitalisierung des Gesundheitssystems.“ Die St. Vincenz-Kliniken zählen mit rund 700 Herzschrittmacher-Operationen jährlich zu den größten kardiologischen Einrichtungen der Region, die zur Kontrolle von Patientinnen und Patienten telemedizinische Abfragen von Herzschrittmachern und Defibrillatoren anwendet. Mit über 1000 Patientinnen und Patienten in unserer Ambulanz sind wir hierfür auch mehrfach ausgezeichnet worden. Wir bilden zudem Ärzte aus dem gesamten Bundesgebiet speziell in der „Sachkunde Herzschrittmachertherapie“ seit vielen Jahren in Paderborn aus. “, sagt Prof. Götte.

Hintergrund
Implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) werden bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko zur Verhinderung des plötzlichen Herztods eingesetzt. Im Gegensatz zu Herzschrittmachern, die den Herzrhythmus regulieren, können Defibrillatoren lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen durch elektrische Impulse beenden.

In Europa sterben jährlich rund 500.000 Menschen am plötzlichen Herztod, meist verursacht durch Störungen im elektrischen Reizleitungssystem des Herzens. ICD-Systeme erkennen solche gefährlichen Arrhythmien frühzeitig und können durch gezielte Impulsabgabe den normalen Herzrhythmus wiederherstellen. Implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) sind Medizingeräte von etwa Taschenuhrformat, die im Brustraum implantiert werden und von denen Elektroden (elektrische Leitungen) unter der Haut zum Herzen führen. Beim Auftreten eines lebensbedrohlichen Kammerflimmerns (Arrhythmie) erfolgt über diese Elektroden die Abgabe entsprechender elektrischer Impulse an das Herz, um die Arrhythmie zu beenden.

Skizze