Internistische Intensivmedizin

Die Behandlung von Patienten mit akutem Herzinfarkt, aber auch die Durchführung großer risikoreicher Operationen sind ohne Intensivmedizin heute nicht mehr denkbar.

Unsere Intensivstation hat 16 Betten. Diese sind aufgeteilt in fünf 2-Bettzimmer und sechs Einzelzimmer. Jeder Behandlungsplatz ist ausgestattet mit modernstem Monitoring und mit der Zentraleinheit verbunden. Für jeden Patienten sind Sauerstoffgerät, Absauggerät und ein Dialyseanschluss vorhanden. Weiterhin verfügen wir über 10 Beatmungsgeräte, 3 nicht-invasive Beatmungsgeräte, 2 transportable Beatmungsgeräte, 2 Defibrillatoren, 1 EKG-Gerät und 1 mobiles Röntgengerät. In unserer stationseigenen Laboreinheit können mit einem modernen Blutgasanalysegerät zusätzlich der Hämoglobingehalt, Glucose, Lactat und Elektrolyte im Blut bestimmt werden.

Sieben Ärzte sind rund um die Uhr ausschließlich für die Versorgung der Patienten der Intensivstation im Einsatz. Prof. Dr. Andreas Götte, Chefarzt der Medizinischen Klinik II, und Dr. Martin Baur, Chefarzt der Anästhesiologie, sind die ärztlichen Leiter dieser Spezialstation. Die personelle und fachliche Ausstattung der Station erfüllt die von den Fachgesellschaften vorgegebenen Standards einer modernen Intensivmedizinischen Komplexbehandlung. Die gute Ausbildung aller beteiligten Berufsgruppen und ein hohes persönliches Engagement garantieren unseren Patienten eine Versorgung, die den Vergleich mit universitären Intensivstationen nicht scheuen muss.

Unsere interdisziplinäre Intensivstation betreut Patienten folgender Fachbereiche unseres Hauses:

  • Allgemein- und Viszeralchirurgie
  • Gefäßchirurgie
  • Gynäkologie
  • Innere Medizin
  • Kardiologie
  • Nephrologie
  • Neurologie
  • Unfallchirurgie und Orthopädie

Das Pflege-Team

Auf unserer Intensivstation arbeiten ca. 50 examinierte Pflegefachkräfte in Voll- und Teilzeitbeschäftigung.
22 Pflegefachkräfte haben die 2-jährige Zusatzausbildung zur Fachkrankenschwester oder zum Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin und Anästhesie absolviert. Es befinden sich kontinuierlich Mitarbeiter in der Fachweiterbildung.  Es sind in Intervallen 4-5 Krankenpflegeschülerinnen und Schüler sowie PraktikantInnen in der Ausbildung zum Rettungssanitäter bzw. -Assistenten im Einsatz.


Die Fachweiterbildung zur Fachschwester oder Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin umfasst:

  • 2 Jahre Theorie und Praxis
  • Theoretische Ausbildung in einer anerkannten Weiterbildungsstätte
  • Praktische Ausbildung vor Ort im Krankenhaus

Aktuelles

Zum Klinikmagazin "Visite" mit dem Thema Intensivmedizin

Hygienische und moderne Clogs für Mitarbeiter
Hygiene ClogsDas St. Vincenz-Krankenhaus hat jetzt für 80 Mitarbeiter der Intensivstation und der Kardiologischen Funktionsabteilung hygienische und moderne Arbeitsschuhe angeschafft. Während bis vor Kurzem zwar die Dienstkleidung wie Hosen und Kasacks gestellt wurden, mussten die Mitarbeiter die eigenen Arbeitsschuhe selbst beschaffen. Jetzt hat das St. Vincenz für die Mitarbeiter dieser Bereiche abwaschbare und desinfizierbare Clogs angeschafft und stellt sie von nun an personenbezogen zur Verfügung. Die Auswahl des optimalen Schuhwerks wurde in Abstimmung mit den Hygienefachkräften getroffen, zudem wurde auf den Tragekomfort geachtet: auch Mitarbeiter, die Einlagen tragen müssen, sind entsprechend bedacht worden. 

Prävention von Unruhezuständen auf der Intensivstation
Eine moderne Intensivstation wird von Ärzten und Pflegekräften im Schichtsystem betreut. Hierdurch kann eine gleichbleibende Qualität der Versorgung unabhängig von der Tageszeit garantiert werden. Durch die konstante Aktivität auf der Station ist der Geräuschpegel durchaus erhöht, was für die Patienten sehr störend sein kann und bei manchen sogar zu Unruhezuständen (Delir) führt. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen konnten zeigen, dass Gehörschutz für die Patienten auf einer Intensivstation zu einer deutlichen Verbesserung der Nachtruhe führt und auch das Auftreten von Unruhezuständen bei den Patienten verringern kann. Dieses moderne Konzept der Delir-Prophylaxe wurde auf unserer Intensivstation jetzt umgesetzt. Allen wachen Patienten bieten wir einen  Gehörschutz zur Abschirmung gegen die leider nicht vermeidbaren v.a. nächtlichen Geräusche an und haben damit bereits gute Erfahrungen gemacht.


Verbesserung der Medikamententherapie durch pharmakologische Visiten
Intensivmedizinische Therapie bedeutet häufig, dass mehrere hochpotente Medikament gleichzeitig gegeben werden müssen, um z.B. den Kreislauf der Patienten zu stabilisieren und das Überleben zu sichern. Medikamente können aber auch miteinander in Wechselwirkung treten, woraus ungünstige Effekte resultieren können. Um eine optimale Therapie mit den notwendigen intensimedizinischen Medikamenten, Antibiotika etc. zu gewährleisten, findet in Zusammenarbeit mit unserer Apotheke wöchentlich eine sogenannte klinisch-pharmakologische
Visite statt: Hierbei  werden vom klinisch tätigen Arzt und vom Pharmakologen gemeinsam alle notwendigen Medikamente auf Dosierungen, Verträglichkeit und mögliche Neben- und Wechselwirkungen überprüft. Und die Behandlung entsprechend optimiert.

 

 

Septische Krankheitsbilder

Sepsis wird fälschlicherweise oft mit einer einfachen „Blutvergiftung“ gleichgesetzt. Sie entsteht häufig bei hochbetagten, geschwächten Menschen. Es handelt sich dabei um eine besonders heftige Reaktion des Organismus auf eine Infektion, zum Beispiel eine Lungenentzündung. Der Organismus greift körpereigenes Gewebe und Organe an, was unbehandelt zum Mehrfach-Organversagen führt.

In den Industrienationen stieg die Anzahl an Patienten mit septischen Krankheitsbildern in den letzten Jahren dramatisch an, jährliche Zuwachsraten von 8-13% wurden zuletzt beobachtet. Sepsis kostet inzwischen mehr Menschen das Leben als Darm- und Brustkrebs zusammen. Gründe für die zunehmende Bedeutung dieses Krankheitsbildes sind die alternde Bevölkerung, die vermehrte Durchführung von Hochrisiko-Eingriffen in allen Altersgruppen sowie die Entwicklung von resistenten oder besonders aggressiven Keimen.

„Wir sind gewappnet für die Behandlung von Patienten mit septischen Krankheitsbildern“, weiß Prof. Dr. Andreas Götte, Chefarzt der Medizinischen Klinik II. „Die Patienten sind bei uns in den besten Händen. Wir schöpfen alle derzeit gegebenen Möglichkeiten der Behandlung aus.“ Um eine Sepsis während eines Krankenhausaufenthalts frühestmöglich zu identifizieren, werden auf den Stationen des St. Vincenz-Krankenhauses bei gefährdeten Patienten Screenings durchgeführt. Diese können die Erkrankung frühzeitig aufdecken und durch Antibiotika-Infusionen heilen. Wenn diese Frühphase der Erkrankung bereits überschritten ist, ist eine Verlegung auf die Intensivstation notwendig, wo zum Beispiel eine künstliche Beatmung bei Lungenversagen durchgeführt werden kann.