Ein Schwerpunkt unserer Klinik des St. Vincenz-Krankenhauses Paderborn ist die Versorgung von Krampfadern- oder Venenerkrankungen. Hier bieten wir das gesamte Leistungsspektrum der modernen Diagnostik und Therapie an. Zu unserem Team gehören Spezialisten aus den Bereichen Phlebologie, Gefäßchirurgie und Allgemeinchirurgie. Zur Web-Seite des Zentrums.

Medizinische Versorgungsschwerpunkte:

Krampfadern was ist das?

Im Verlauf der Zeit schöne gesunde Beine zu bewahren, ist keine Selbstverständlichkeit. Bis zu 70 Prozent der Frauen ab 20 Jahren leiden bereits unter Krampfadern oder deren „Minimalvariante“, den Besenreisern – eigentlich harmlose, erweiterte Hautvenen, die viele aber als kosmetisch störend empfinden.

Krampfaderbehandlung bei Venenleiden
Spätestens, wenn es sich bei den Venenproblemen um „echte“ Krampfadern handelt, beschränkt sich das Leiden jedoch nicht mehr nur auf den kosmetischen Aspekt: Krampfadern sind Erweiterungen der Venen, die durch Veränderungen an den Venenklappen entstehen. Diese Klappen leiten den Blutfluss zum Herzen. Wenn sie nicht mehr richtig schließen, sammelt sich vermehrt Blut in den Venen und es kommt zu einem Blutstau.

Am häufigsten treten Krampfadern am oberflächlichen und somit sichtbaren Venensystem der Beine auf. Die Folge sind Beinschwellung und Spannungen in den Beinen, bemerkbar als Hitzegefühl, Beinschwere, Schmerzen und Muskelkrämpfe. Darüber hinaus können erhebliche Beschwerden durch Entzündungen, Blutgerinnselbildung (Thrombophlebitis) oder Blutung entstehen. Bei ausgeprägten Krampfaderleiden ohne Behandlung kann es zu schwerwiegenden Hautschädigungen bis hin zum sogenannten „offenen Bein“ (Ulcus cruris) kommen.

Weitere Venenerkrankungen, wie z.B. Thrombosen

Auch Thrombosen sind eine häufige Erkrankung des Venensystems. Durch verschiedene Ursachen wie Bettlägerigkeit, genetische Veranlagung oder Schwangerschaft kann sich an der Venenwand, insbesondere der Beine, ein Blutgerinnsel (Thrombus) bilden. Die Folge ist ein Verschluss der Vene mit Schwellung und Schmerzen, der schnellst möglich ärztlich behandelt werden muss. Ohne medizinische Versorgung droht eine Verschlimmerung bis hin zur lebensbedrohlichen Lungenembolie.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Tätigkeit im St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn ist das Abklären arterieller und lymphatischer Gefäßerkrankungen.

Neben der familiären Vorbelastung sind langes Stehen oder Sitzen, hormonelle Veränderungen oder eine Schwangerschaft für die Entwicklung von Krampfadern verantwortlich. Im Alltag von Familie und Beruf sind diese Einflussfaktoren nicht immer vermeidbar.

Welche Therapieform die jeweils richtige ist, hängt vom Ausmaß der Erkrankung und den betroffenen Gefäßabschnitten ab. In diesem Zusammenhang sind eine gründliche Untersuchung und exakte Gefäßdiagnostik mittels Ultraschall unerlässlich.

Im Vordergrund steht dabei immer die ganzheitliche Behandlung des Patienten nach den vorliegenden Befunden und seinem individuellen Wunsch. In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, mehrere Therapieverfahren zu kombinieren, um nach ästhetischen Gesichtspunkten den bestmöglichen Erfolg zu erzielen. In der Regel können die Behandlungen ambulant durchgeführt werden. Die Notwendigkeit eines kurzen stationären Aufenthalts ist die Ausnahme.

Kompressionstherapie und Lymphdrainage
Zur Unterstützung der Muskel-Venen-Pumpe führt die Kompressionstherapie Widerlager zu einer Erhöhung des Blutflusses zum Herzen und somit zur Entlastung der Venen. Die manuelle und apparative Lymphdrainage führt zu einer Entstauung des begleitenden Lymphödems.

Sklerotherapie (Verödung)
Im Rahmen der Sklerotherapie werden kleine Mengen eines Sklerosierungsmittels in die betroffenen Gefäße eingebracht. Diese führen elegant und gut verträglich zum nachhaltigen Verschluss der Krampfadern. Die Behandlung dauert in der Regel 10-20 Minuten. Die Sklerotherapie eignet sich besonders für Besenreiser und retikuläre Varizen, also kleine Krampfadern in oder unter der Haut.

 

 

Radiofrequenztherapie:

 

Das Radiofrequenz-Verfahren ist derzeit die modernste und schonendste Methode der Krampfaderbehandlung. Über einen kleinen Stich wird unter Ultraschallsicht ein Katheter in die betroffene Krampfader (Stammvene) eingeführt und mittels Radiofrequenzenergie minimal-invasiv und narbenfrei zum Verschluss gebracht. Zusätzliche kleinere oberflächliche Krampfadern können in der gleichen operativen Sitzung mit minimalen Stichen (Miniphlebektomie) oder Schaumverödung so beseitigt werden, dass optimale medizinische und ästhetische Ergebnisse erreicht werden. Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt. Durch die schonende Radiofrequenz-Behandlung (RFITT) können unsere Patienten meist schon am Folgetag ihren Alltag wieder genießen.

Operative Therapie
Vor allem bei ausgeprägten Krampfaderleiden stellen die sogenannte Crossektormie und Strippingmethode neben der modernen Radiofrequenzbehandlung weiterhin die Standardtherapie dar. Über zwei kleine Hautschnitte in der Leiste oder Kniekehle wird die betroffene Vene freigelegt, eine Sonde eingeführt und die Krampfader entfernt. Auch bei diesem Verfahren werden durch die Operation vorbestehende Beschwerden, die Schwellung und das Schweregefühl der Beine beseitigt. Der Eingriff kann häufig problemlos ambulant durchgeführt werden.

Moderne Wundtherapie
Bei chronischen Wunden im Unterschenkelbereich (Ulcus cruris) ist häufig eine Gefäßerkrankung die Ursache. Nach spezifischer Diagnostik und Therapie der Beingefäße bedarf auch jede Wunde eine individuelle Therapie, um schnellst möglich eine Abheilung zu bewirken. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit chronischen Wunden sind selbst Patienten mit „Problemwunden“ bei uns in guten Händen.

Nachsorge
Regelmäßige Nachuntersuchungen mittels Ultraschall sind notwendig um ein Wiederauftreten der Gefäßerkrankung zu verhindern.