Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege!
Wir freuen uns über Ihr Interesse an einer Beschäftigung in der Neurologischen Klinik unseres Krankenhauses.

Weiterbildungskurrikulum für Assistenzärzte

Die 17 Ärzte in Weiterbildung sind ein unverzichtbarer und ganz wesentlicher Teil unseres neurologischen Teams. Mir ist es besonders wichtig, dass sie eine gute Ausbildung im Rahmen eines standardisierten Weiterbildungskonzepts erhalten. Dazu gehört unter anderem auch eine strukturierte Einarbeitungsphase, eine ganztägige Rotation in die Funktionsdiagnostik über einen Zeitraum von sechs Monaten, der Besuch regionaler und überregionaler Fortbildungen und die Tätigkeit in den verschiedenen auch überregional bekannten Schwerpunkten unserer Abteilung (z.B. Neuroimmunologie, M. Parkinson, Stroke Unit). 

Gerade Berufsanfänger sind zu Beginn ihrer Tätigkeit oft noch unsicher und bekommen je nach Ausbildung und Vorerfahrung vermehrte Unterstützung. Jährlich absolvieren aus unserer Klinik durchschnittlich vier Kolleginnen und Kollegen erfolgreich die Facharztprüfung und erhalten auch aufgrund der guten Ausbildung attraktive Arbeitsangebote. Neben der fachlichen Qualifizierung halte ich eine positive Arbeitsatmosphäre für entscheidend, mit Humor und einer gewissen Lockerheit macht die Arbeit mehr Freude. In den letzten Jahren konnten wir unsere Stellen kontinuierlich mit menschlich und fachlich gut ins Team passenden Kollegen besetzen − was in der heutigen Zeit sicherlich nicht selbstverständlich ist und für die Attraktivität der Abteilung spricht. Viele unserer ehemaligen Famulanten und PJ- Studenten sind Assistenzärzte und später auch Oberärzte geworden, weil sie neben den fachlichen Qualitäten der Abteilung auch den kollegialen und loyalen Umgang miteinander schätzen und daher gerne langfristig bei uns sind. Ich würde mich freuen, wenn Sie Interesse daran haben, uns und unsere Arbeit kennenzulernen und stehe Ihnen bei Rückfragen gerne zur Verfügung.     

Ihr

Prof. Dr. Thomas Postert


  • 2-4 wöchentliche Einarbeitung auf Stroke Unit vor dem ersten Bereitschaftsdienst im zweiten oder dritten Monat
  • 18 Monate rotierender Einsatz auf den peripheren Stationen, parallel EEG Zusatzdiagnostik
  • 6-12 Monate Stroke Unit und interdisziplinäre Intensivstation inklusive neurologische Ultraschalldiagnostik
  • 6 Monate Neurophysiologielabor (Elektromyographie und Elektroneurographie, Evozierte Potenziale)
  • Anschließend Einsatz nach Wunsch (z.B. 6 Monate im Rahmen der Parkinson-Komplexbehandlung oder neuroimmunologischen Schwerpunkt)

Bei allen Ausbildungsstationen legen wir größten Wert auf eine intensive Supervision durch die Fachärzte der Abteilung. Die apparative Ausstattung entspricht dem modernsten Niveau. Damit Sie sich schwerpunktmäßig auf Ihre ärztliche Tätigkeit am Patienten konzentrieren können, werden die Routine-Blutentnahmen sowie zahlreiche administrative Tätigkeiten (z.B. Patientenkoordination/Bettenplanung, DRG-Codierung) weitestgehend vom Pflegepersonal bzw. Stationssekretärinnen oder Kodierfachkräften übernommen.

Bei Interesse können die Zertifikate der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie (Elektromyographie, Elektroneurographie, neurologische Ultraschalldiagnostik) erworben werden.


Neurologie – eine geniale Mischung

"Während und auch nach dem Studium fiel es mir schwer, mich für eine Fachrichtung zu entscheiden und damit viele andere Spezialisierungen erst mal außer Acht zu lassen.

Als ich am Anfang über Neurologie nachgedacht habe, dachte ich an chronische Erkrankungen wie Morbus Parkinson und Multiple Sklerose. Mich überkam ein bedrückendes Gefühl bei dem Gedanken einem chronisch Kranken nicht ausreichend helfen zu können und allenfalls einen Status quo zu erhalten.

Nach kurzer Zeit als Assistenzärztin habe ich diese Vorstellung revidieren können. Dank reger Forschung, vielen neuen Medikamenten und interdisziplinärer Betreuung der Patienten haben viele von ihnen eine hohe Lebensqualität, die ich anfangs nicht für möglich gehalten habe.

Außerdem lebt die Neurologie nicht nur von chronischen Erkrankungen, sondern auch von akuten Notfällen wie dem Hirninfarkt und dem epileptischen Krampfanfall, bei denen wir in kurzer Zeit deutliche Besserungen des Befindens der Patienten erreichen können.

Als Assistenzärztin in der Notaufnahme konnte ich trotz wenig Vorerfahrung schon zu Beginn Patienten untersuchen und eigenständig Diagnosen basierend auf Anamnese und Untersuchung stellen. Ein detailliertes Vorgehen kann schon im Erstkontakt viele Rätsel lösen.

Auch in der Notaufnahme ist die Neurologie geprägt von einer Mischung an Patienten. Besonders spannend ist ein Hirninfarkt im Zeitfenster, bei dem jede Minute zählt. 

In Zusammenarbeit mit der Neuroradiologie können wir vielen Menschen in kurzer Zeit durch Lyse-Therapie und mechanische Thrombektomie helfen.

Die Nervosität, die ich beim ersten Zeitfenster verspürt habe, wurde noch einmal gesteigert durch den Nervenkitzel im ersten Dienst. Zunächst beginnt man bei uns nach gut sechs Wochen mit Diensten tagsüber, in denen man immer noch einen anderen Kollegen im Haus zur Seite hat. Anfang des vierten Monats stand für mich dann der erste Nachtdienst alleine an. Jedoch wurde mir schnell bewusst, dass ich gar nicht so alleine bin.

Die Verantwortung für bis zu 70 Patienten auf der Normalstation, 10 Patienten auf der Stroke Unit und einzelne Patienten auf der Intensivstation zu übernehmen, das kann einen schon gedanklich belasten. Aber dahinter steckt ein Team aus erfahrenen Pflegefachkräften, ärztlichen Kollegen der anderen Abteilungen und den Oberärzten, die jederzeit zu erreichen sind.

In unserem Team zu arbeiten ist sehr bereichernd und jeden Tag werden gemeinsam kleine und größere Rätsel der Neurologie gelöst!  



Die nationalen (z. B. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie) oder internationalen (z. B. European Stroke Conference) Kongresse können besucht werden, den Teilnehmern entstehen hierfür zumeist keine Kosten. Auch der Besuch anderer Fortbildungen wird finanziell großzügig unterstützt.

Die Abteilung führt regelmäßig regionale und überregionale Fortbildungsveranstaltungen durch. Die Fachärzte der Abteilung bieten für die Weiterbildungsassistenten eine wöchentliche spezielle Weiterbildung an, die kontinuierlich facharztrelevante Themen vermittelt.

Die gängigen nationalen und internationalen Fachzeitschriften sind abonniert (z. B. Aktuelle Neurologie, Lancet Neurology, Stroke, European Neurology).  


Bei einem Vorstellungsgespräch lernen Sie zunächst den Chefarzt und den Leitenden Oberarzt der Abteilung kennen. Im Anschluss haben Sie Gelegenheit, die Assistentensprecherin nach Details der Arbeitsabläufe zu befragen. Anschließend führt Sie ein weiterer Assistenzarzt durch das Haus. Dabei haben Sie die Gelegenheit die Stroke Unit oder die Funktionsabteilung kennen zu lernen. Auf Wunsch sind auch Hospitationen möglich.


Ihre Vergütung ist dem Ärzte-Tarifvertrag des Marburger Bundes angeglichen. Entsprechendes Zusatzentgeld durch gutachterliche Tätigkeit ist möglich.

Durch Anbindung des Chefarztes an die Ruhr-Universität Bochum ist die Möglichkeit zur Promotion gegeben. In der ersten Zeit ist die Unterbringung im modernen Personalwohnheim möglich. Sollten Sie noch weitere Informationen benötigen, scheuen Sie sich nicht, Herrn Prof. Dr. Th. Postert direkt anzurufen. Im Einzelfall ist zu überprüfen, ob eine Beteiligung des Krankenhauses an den anfallenden Umzugskosten geleistet werden kann.


Falls Sie als Facharzt in einer Klinik tätig sein wollen, sind Sie in unserem Team herzlich willkommen. Sie können beispielsweise noch fehlende fachärztliche Qualifikationen (z.B. Zertifikate der DGKN) erlangen. Bei Interesse unterstützen wir Sie beim Aufbau eines eigenen Arbeitsschwerpunktes. Wir freuen uns, wenn Sie besondere fachliche Qualifikationen in unsere Klinik einbringen.


In allen unseren Fachabteilungen bieten wir Ihnen die Möglichkeit, als Famulant praktische Erfahrungen zu sammeln. Von der Diagnostik bis zur Therapie erhalten Sie während dieser Zeit Einblicke in klinische Abläufe.

 Wir bieten Ihnen:

  • persönliche Betreuung
  • kostenlose Mahlzeiten in unserer Cafeteria
  • eine Famulantenvergütung in Höhe von 300,- Euro pro Monat, sofern die bei uns angestrebte Famulatur in der Studienordnung Ihrer Universität vorgeschrieben ist (d. h. die Pflichtfamulaturen haben Sie noch nicht vollständig absolviert)
  • die Aussicht auf ein Stipendium für besonders engagierte Famulanten

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