Transfusionsmedizin
Die Bluttransfusion beschreibt die Gabe von Blut oder dessen Bestandteilen. Weit bekannt ist die Gabe von konzentrierten roten Blutkörperchen (Erythrozytenkonzentrate, "Blutkonserve") nach erheblichem Verlust durch Operationen, Verletzungen oder Blutbildungsstörungen. Seltener ist die Gabe von Plasma-Produkten. Hierbei handelt es sich um eine klare, gelbliche Flüssigkeit, in der die Zellen des Blutes gelöst sind. Es wird durch Schleudern (Zentrifugation) von den Blutzellen getrennt. Verwendung findet es bei Gaben großer Mengen an Erythrozytenkonzentraten (Massentransfusion) sowie bei Gerinnungsstörungen und bestimmten Formen des Eiweißmangels. Sehr selten erfolgt die Gabe von konzentrierten Blutplättchen (Thromboyztenkonzentraten), diese erfüllen wichtige Funktionen bei der Blutgerinnung. Ein Mangel verursacht eine erhöhte Blutungsneigung und kann bis zur unstillbaren Blutung führen. Ursachen für einen Mangel sind unter anderem Verlust durch Blutung, Medikamentennebenwirkungen oder Bestrahlung des Knochenmarks. Rechtliche Grundlage für die Transfusion von Blut(bestandteilen) finden sich im Transfusionsgesetz.
Für die Krankenhäuser ist hiernach ein Transfusionsverantwortlicher (abteilungsübergreifend) sowie für jede Abteilung ein Transfusionsbeauftragter zu benennen. Als Transfusionsverantwortliche des St. Vincenz-Krankenhaus ist Fr. Dr. Jung, ärztliches Qualitätsmanagement, benannt. Ziel ist, die gesetzlichen Anforderungen und die Richtlinien der Bundesärztekammer zur Therapie mit Blutprodukten und Plasmaderivaten zu erfüllen und somit größtmögliche Patientensicherheit zu gewährleisten. In Zusammenarbeit mit dem B&V-Labor wird so ein verantwortungsvoller und bedarfsangepasster Umgang mit der knappen Ressource Blut gesichert.
Der Ablauf der Bluttransfusion ist bei geplanten Operationen derart geregelt, dass der Patient über die Wahrscheinlichkeit einer notwendigen Bluttransfusion informiert wird. Für die Gabe von Blutprodukten ist die Einwilligung des Patienten notwendig. Nebenwirkungen und Komplikationen sind bei jeder Transfusion möglich, jedoch insgesamt sehr selten. Am häufigsten sind Unverträglichkeitsreaktionen verschiedener Art, die häufig milde verlaufen. Die seitens der meisten Patienten befürchtete Infektion, v.a. durch Hepatitis- und HI-Viren ist äußerst gering (unter 1:1.000.000), dies entspricht der ProJahr-Wahrscheinlichkeit vom Blitz tödlich getroffen zu werden. Begründert ist dies ist im Ausschluss bestimmter Spendergruppen, weiterentwickelten Labortests und je nach Blutprodukt durch Quarantänelagerung; bei der Quarantäne-Lagerung wird das Blutprodukt erst freigegeben, nachdem der Spender auch für eine gewisse Zeit nach der Spende keinen positiven Nachweis für Infektionskrankheiten wie Hepatitis- und HIV zeigt. Hierdurch wird ein labordiagnostisches Übersehen einer sehr frischen Infektion des Spenders verhindert.
Abschließend möchten wir auf die häufige Knappheit an Blutprodukten hinweisen und zur Spende motivieren. Informationen über Spendetermine, Eignung zur Blutspende und viele weitere Informationen finden sie im Internet-Angebot des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuz: Blutspendedienst




