Geschichte
St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn: Über einhundert Jahre Dienst am Menschen
Das Paderborner St. Vincenz-Krankenhaus hat seine Wurzeln seit mehr als einhundert Jahren in der „Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vincenz von Paul zu Paderborn“. Als die ersten Barmherzigen Schwestern im März 1841 nach Paderborn kamen, wurde Ihnen zunächst das heutige Landeshospital zugleich Mutter- und Krankenhaus. Schon wenige Jahre später machte die stetig wachsende Zahl an Schwestern den Neubau eines Mutterhauses „Am Busdorf“ erforderlich, das am 12. September 1857 eingeweiht wurde.
Mit der Zeit wurde klar, dass auch ein neues Krankenhaus gebraucht wurde, denn nicht nur die räumliche Enge bereitete im Landeshospital Probleme, sondern auch die Kapazitäten im Bereich der pflegerischen Ausbildung der Schwestern. Bis die Standortfrage für das neue Krankenhauses gelöst war, sollte es jedoch einige Jahre dauern. Am Ostermontag 1900 überbrachte Bürgermeister Otto Plassmann schließlich persönlich den Bewilligungsbescheid für den Bau des neuen Krankenhauses „Am Busdorf“. Schon im Oktober 1901 weihte Bischof Dr. Wilhelm Schneider das neue Krankenhaus zwischen Kasseler Straße und Busdorfwall ein. Die Zeitgenossen waren sich einig: Paderborn konnte sich glücklich schätzen, ein derart modernes Krankenhaus erhalten zu haben, das den neuesten Anforderungen der Zeit genügte.
Durch neues Mutterhaus und neues Krankenhaus verbesserte sich die Situation für die Schwestern deutlich. Dies machte sich auch in der Pflegeausbildung bemerkbar, die bei den Vincentinerinnen seit jeher eine große Tradition besaß. Als eine der ersten Krankenpflegeschulen in Deutschland war die Ausbildungsstätte am St. Vincenz-Krankenhaus 1908 staatlich anerkannt worden.
Die Kapazität des St. Vincenz-Krankenhauses war bis zum Jahr 1939 durch An- und Umbauten von ursprünglich 100 auf 300 Betten gestiegen. Doch mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs begann eine dunkle Zeit für das St. Vincenz-Krankenhaus, das wie im Ersten Weltkrieg als Lazarett diente. Als die Front näher rückte, flohen Schwestern und Patienten in die Dörfer rund um Paderborn. Am 24. März 1945 wurde das Krankenhaus von zahlreichen Brandbomben getroffen und brannte fast völlig aus. Der Wiederaufbau des Hauses, mit dem die Schwestern sofort nach dem Kriegsende begannen, gestaltete sich schwierig und langwierig. Erst 1948 war das Haupthaus mit 100 Betten wieder instand gesetzt.
In den folgenden Jahren bewegte sich einiges: Bis Mitte der 1950er Jahre stieg die Kapazität des Hauses wieder auf 240 Betten an. 1952 bis 1954 kam ein neuer Trakt mit 150 Betten hinzu, 1954 wurde eine Schule für Kinderkrankenpflege gegründet. Auf dem weitläufigen Gelände zwischen Busdorfwall und Kasseler Straße entstand 1962 ein Neubau für die Pflegevorschule, 1966 bis 1968 folgte der Bau eines Wohnheims für 100 Schülerinnen.
Im Jahr 1983 bekam das St. Vincenz-Krankenhaus schließlich eine dritte Betriebsstätte. Nach langen Verhandlungen übernahm die Ordensgemeinschaft vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe die Landesfrauenklinik an der Husener Straße und damit verbunden auch die traditionsreiche Paderborner Hebammenschule. Zahlreiche Umbauten und Erweiterungsmaßnahmen in dem übernommenen Haus zogen sich bis 1993 hin.
Auch das St. Vincenz-Krankenhaus in der Innenstadt entwickelte sich kontinuierlich: In zwei Baustufen wurde das Krankenhaus bis ins Jahr 2000 saniert und erweitert, erhielt neue Pflegestationen und eine neue Intensivstation, aber auch eine Tiefgarage für Besucher. Im Zuge der neuesten Baumaßnahme entsteht bis 2013 für fast 20 Millionen Euro ein Erweiterungsbau, der u.a. die Stationen und Einrichtungen des Landeshospitals sowie die neue Klinik für Gefäßchirurgie aufnehmen wird.


