Weil Kinder keine „kleinen Erwachsenen“ sind

St. Vincenz-Krankenhaus startet eigene Kinderchirurgie

Dr. Markus Dürsch (43) ist neuer Sektionsleiter der Kinderchirurgie und Kinderurologie der St. Vincenz-Krankenhaus GmbH. Seit dem 1. Oktober hat der Facharzt für Chirurgie und Kinderchirurgie damit den Ausbau eines Teilbereiches der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie übernommen, wo bisher rund 100 Kinder pro Jahr operiert wurden. Was ändert sich also für betroffene Familien? „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, erklärt Dr. Dürsch. „Sie brauchen eine spezielle Therapie und Behandlung, da Heilungsverläufe und Verhaltensweisen von Kindern sich wesentlich von denen Erwachsener unterscheiden.“ In Zukunft wird das St. Vincenz-Krankenhaus in diesem Sinne noch mehr Kinder behandeln können als bislang.  

 

 

 

Dr. Josef Düllings, PD Dr. Friedrich Ebinger und PD Dr. Hubert Scheuerlein (von links) begrüßen den Kinderchirurgen Dr. Markus Dürsch (2. von rechts) am St. Vincenz-Krankenhaus.

„Mit Dr. Dürsch konnten wir einen hochqualifizierten Kinderchirurgen für unser Krankenhaus gewinnen“, berichtet Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Düllings. „Als langjähriger Operateur im Uniklinikum Göttingen und der Kinderchirurgie Regensburg bringt er eine große Expertise im Bereich der Kinderchirurgie und Kinderurologie mit.“ Die Kinderchirurgie sei ein neuer Schwerpunkt der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie von Chefarzt PD Dr. Hubert Scheuerlein; dies in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin St. Louise Paderborn. Eine kinderchirurgische Versorgung habe bislang an Paderborns Krankenhäusern gefehlt.

PD Dr. Friedrich Ebinger, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin St. Louise, freut sich sehr über den Eintritt des neuen Kollegen in die GmbH: „Insbesondere die operative Versorgung von kranken Frühgeborenen wird sich in Paderborn verbessern! Fehlbildungen können ebenso hier in Paderborn operiert werden wie schwere Darmentzündungen, kinderurologische Problemstellungen und Brandverletzungen bei Kindern. All diese Fälle mussten wir bislang mit einem oftmals großen Aufwand für die kleinen Patienten und Eltern nach Bochum, Kassel oder Göttingen verlegen. Diese Verlegungen entfallen nun, was eine große Entlastung für alle Beteiligten darstellt.“ „Unser Spektrum an Operationen bei Kindern und Jugendlichen wird deutlich größer werden“, verspricht PD Dr. Hubert Scheuerlein den betroffenen Familien eine schnelle Hilfe vor Ort. Sehr oft können diese Operationen minimal-invasiv und ambulant durchgeführt werden, sodass die Kinder noch am selben Tag wieder nach Hause können.

Dr. Markus Dürsch ist sowohl in der Frauen- und Kinderklinik St. Louise als auch im St. Vincenz-Krankenhaus tätig, die beide zur St. Vincenz-GmbH gehören. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Begleitung von Kindern der Frühgeborenenstation des Perinatalzentrums. Auch mit der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe St. Louise besteht eine enge Kooperation. Daher kann Dr. Dürsch bei dem Verdacht auf angeborene Fehlbildungen bereits vor der Geburt den Eltern entsprechende Behandlungsmöglichkeiten erläutern und mit ihnen abstimmen, und sie nach der Geburt gegebenenfalls direkt vor Ort umsetzen. Dabei weiß Dr. Dürsch um die Sorgen der Eltern vor Operationen ihrer Kinder: „Die Verantwortung für das eigene Kind einem Fremden zu überlassen, ist eine maximale Stress-Situation. Dafür habe ich größtes Verständnis! Ich versuche deshalb immer in Gesprächen zunächst Vertrauen aufzubauen und die Eltern so umfassend wie möglich zu informieren.“

Seit dem 1. Oktober bietet der neue Sektionsleiter bereits eine spezielle Kindersprechstunde im St. Vincenz-Krankenhaus an. Patienten können sich im Sekretariat der Klinik unter Telefon 05251/86-1455 dafür anmelden.