"Ein Schnupfen verstopft die Notaufnahme"

Kampagne „Notaufnahme in Not“ gestartet

Die Notaufnahmen sind bundesweit zunehmend überlastet, da die Zahl der Patientenkontakte erheblich angewachsen ist.  In den Notaufnahmen der St. Vincenz-Krankenhaus GmbH ist die Zahl der Patienten in den vergangenen acht Jahren um mehr als 50% gestiegen.

 

 

Die Vertreter der Krankenhäuser, der niedergelassenen Ärzte, der Krankenkassen und des Rettungsdienstes präsentieren die neue Kampagne "Notaufnahme in Not".

Nach übereinstimmender Aussage der Mitarbeitenden in den Notaufnahmen in ganz Deutschland handelt es sich bei einem großen Teil der Fälle um „Bagatellerkrankungen“ (z.B. Zeckenbiss oder Hexenschuss), wobei die Notaufnahme von Krankenhäusern nur den echten Notfall-Patienten vorbehalten sein sollte.

Diese Entwicklung hat die vier Paderborner Krankenhäuser, die Kassenärztliche Vereinigung mit ihren rund 400 niedergelassenen Ärzten im Kreis, die ortsansässigen Krankenkassen sowie die Feuerwehr dazu veranlasst, eine gemeinsame Kampagne  ins Leben zu rufen. Die Kampagne „Notaufnahme in Not“ soll Patienten für die Problematik eines  Besuches in der Notaufnahme sensibilisieren.  Sie soll außerdem denjenigen, die medizinische Hilfe benötigen, helfen, schnell die richtige Anlaufstelle zu finden und mit den vorhandenen Ressourcen der ärztlichen und pflegerischen Notfallversorgung verantwortungsvoll umzugehen. Denn, so die Kampagne: „Ein Schnupfen verstopft die Notaufnahme“.

Wird medizinische Hilfe benötigt, ist es im Interesse aller, dass sich Erkrankte oder Verletzte an die richtige Stelle wenden: 

  • Immer dann, wenn eine Situation lebensbedrohlich sein könnte, beispielsweise akute Blutungen, Frakturverdacht, akute Atemnot, Brustschmerz, Ohnmacht,  Lähmungserscheinungen oder plötzlicher Sehverlust, liegt ein klarer Notfall vor. Zögern Sie nicht und wählen Sie die 112.
  • Bei allen anderen Erkrankungen und Verletzungen gilt: Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner für gesundheitliche Fragen. Er kennt Ihre Krankheitsgeschichte und wird den richtigen Behandlungsweg finden.
  • Für den unvorhersehbaren Fall, dass Ihr Hausarzt nicht erreichbar ist, wenden Sie sich an den jeweiligen Vertreter. Wenn alle Praxen geschlossen haben (etwa Mittwochnachmittag, zu Abendzeiten oder an Wochenenden), haben die niedergelassenen Ärzte im Kreis Paderborn eine Bereitschaftsdienstpraxis im MediCo, Husener Straße 48 (auf dem Gelände des Brüderkrankenhauses St. Josef) eingerichtet. Wenn Sie nicht selbst dorthin kommen können, sind auch Hausbesuche möglich. Informationen und Öffnungszeiten der Bereitschaftsdienstpraxis finden Sie hier